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Begegnungs­woche

Dezember 2025

Sonntag begann die Begegnungswoche mit der Ankunft der israelischen Gäste am Flughafen Frankfurt. Wir, die deutsche Gruppe, holten sie dort ab und fuhren nach der gemeinsamen Begrüßung zusammen nach Bensheim. Schon während der Fahrt kamen wir ins Gespräch, machten uns miteinander bekannt und tauschten direkt Interessen und erste Eindrücke aus. Der restliche Tag wurde in den Gastfamilien verbracht, wodurch ein erstes persönliches Kennenlernen in einer entspannten und familiären Atmosphäre möglich war.

Am Montag fand die offizielle Begrüßung in der Schule statt. Anschließend präsentierten die israelischen Schülerinnen und Schüler vor verschiedenen Klassen den israelischen Alltag. Darauf folgte eine Fragerunde, in der die deutschen Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit hatten, Fragen zum Leben in Israel zu stellen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es auf eine Stadtrallye durch Bensheim sowie auf eine Führung durch das Alte Kurfürstliche Gymnasium. Insgesamt nutzten wir diesen Tag erneut intensiv, um uns besser kennenzulernen und unsere Bindung weiter zu stärken.

Dienstag stand ein besonders intensiver Programmpunkt an: der Besuch der KZ-Gedenkstätte Osthofen. Dort setzten wir uns gemeinsam mit der deutschen Geschichte auseinander und erhielten eindrückliche Einblicke in den Beginn des nationalsozialistischen Terrorregimes. Zum ersten Mal begleitete uns auch ein Reporter der FAZ, welcher über unsere Begegnungswoche berichten sollte. Dieser Tag war besonders emotional, da deutsche und israelische Schülerinnen und Schüler gemeinsam einen Ort besuchten, der für den Anfang eines unvorstellbaren Leidens steht. Gleichzeitig diente dieser Programmpunkt auch als Vorbereitung auf die kommende Woche in Polen. Den Abend verbrachte unsere Gruppe anschließend gemeinsam auf dem Weihnachtsmarkt.

Am Mittwoch ging es für unsere Gruppe nach Heidelberg. Dort besichtigten wir das Schloss und erkundeten anschließend die Altstadt. Diese Zeit nutzten wir für eine ausführliche Erkundungs- und auch kleine Shoppingtour. Am Nachmittag fand ein Workshop zu den Themen Antisemitismus, deutsch-israelische Beziehungen und Politik in der Synagoge der Jüdischen Kultusgemeinde Heidelberg statt. Dabei konnten die Schülerinnen und Schüler erneut viel übereinander lernen und ihr Wissen in diesen wichtigen Bereichen erweitern. Den Abend ließen wir gemeinsam auf dem Weihnachtsmarkt ausklingen.

Donnerstags besuchte die Gruppe den Hessischen Landtag in Wiesbaden. Dort erhielten wir eine Führung durch das Gebäude, nahmen an einer Diskussionsrunde mit der Landtagspräsidentin Astrid Wallmann teil und bekamen Einblicke in den legislativen Prozess des Landes Hessen. Im Anschluss folgte ein Besuch der Staatskanzlei sowie ein Aufenthalt auf dem Wiesbadener Weihnachtsmarkt. Den Abend verbrachten wir gemeinsam bei einer kleinen privaten Feier, bei der die Gruppe noch einmal enger zusammenwuchs.

Am Freitag reflektierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Woche in der Schule und präsentierten ihre gesammelten Erfahrungen. Zudem zeigten sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig verschiedene Spiele, wobei das gemeinsame Tanzen zu Just Dance ein besonderes Highlight darstellte.

Anschließend ging es nach Frankfurt, wo zunächst Freizeit auf dem Programm stand. Am Abend nahmen wir an einer Schabbat-Feier bei Makkabi Frankfurt teil. Dort wurden wir vom Präsidenten Alon Meyer begrüßt. Sowohl das gemeinsame Essen als auch das bewusste Erleben eines traditionellen Schabbat-Festes hinterließen bei uns allen einen bleibenden Eindruck.

Der Samstag wurde größtenteils in den Gastfamilien verbracht. Viele Schülerinnen und Schüler verabredeten sich zusätzlich, um gemeinsam Ausflüge zu unternehmen und den israelischen Gästen einen besonderen Abschluss der Woche zu ermöglichen. Am Abend fand ein gemeinsames Abschiedsessen statt. Wir erinnerten uns an die vergangenen Tage, gaben Feedback und tauschten – sofern noch nicht geschehen – unsere sozialen Netzwerke aus, um auch nach der Begegnungswoche in Kontakt bleiben zu können.

Am Sonntag stand schließlich die Abreise der israelischen Schülerinnen und Schülern an. Nach dem gemeinsamen Transfer zum Flughafen hieß es Abschied nehmen – nach einer unvergesslichen Woche voller intensiver Eindrücke, neuer Freundschaften und besonderer Erlebnisse. Dass dabei Tränen fließen würden, war bereits im Vorhinein abzusehen. Gleichzeitig blickten wir aber auch mit Vorfreude auf die bevorstehende Reise nach Polen, bei der wir einige der Schülerinnen und Schülern wiedersehen würden.

Jonas C.